Alle sind hier erwünscht

Alle sind hier erwünscht so lautet der Text an der Wand von Renata Jaworska in der Ausstellung in Lände Kressbronn.

Nach einer fulminanten Eröffnung mit Podiumsdiskussion und Künstlergesprächen sehen Sie einige Eindrücke der aktuellen Ausstellung:

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„VIERSTIMMIG  – Wege zur Zeichnung“
am Freitag, 23. Oktober 2015, 19Uhr in der Lände Kressbronn
Begrüßung
Daniel Enzensperger, Bürgermeister
Künstlergespräch:
Gudrun Teumer-Schwaderer im Gespräch mit Karin Brosa, Renata Jaworska, Herbert Moser, Martin Oswald

„…. Offenheit durch Widersprüchlichkeit erzeugt Renata Jaworska (Salem-Düsseldorf) mit einer Wandzeichnung. „Alle sindhier erwünscht“, steht im Treppenaufgang an die Wand geschrieben– aber im eisigem Silber säbelrasselnder Stahlgewitterund in jener Schriftype, mit der im Dritten Reich Schilder mitder Aufschrift „Juden sind hier unerwünscht“ gepinselt wurden.Spottet also die martialische Schrift der freundlichen Botschaft,oder „entschuldet“ umgekehrt die Botschaft die diskreditierteSchrifttype? Wellenlinien und eine Muschel deuten darauf hin,dass die ehrlich oder zynisch willkommen Geheißenen nichtJuden sind, sondern übers Meer gekommene Flüchtlinge. DieMenschenmassen bleiben hier unsichtbar – auf einer riesigenZeichnung Jaworskas im Format eines gerollten Banners sindsie hingegen sichtbar: Unzählige anonyme Menschen, die hintereiner Vergitterung aus grau-schwarzer Sprühfarbe stehen.Bei Farbe aus der Spraydose denkt man an verbotene Parolenund an Protest, angesichts des Banner-Formats des Blattes aneine Demonstration. Wofür oder wogegen richtet sie sich –undsind diese Menschen nun Demonstranten? Nur eines stellt dieKünstlerin klar: Sie entfernen sich vom Betrachter. Ihr Exodusführt über die Hügel ins Irgendwo. Zeigen weitere ZeichnungenJaworskas eine zerfallene Weltordnung? Wie zerschnittene undneu verklebte Längen- und Breitengrade wirken die netzartigenLinien mit ihren graphitgrauen Abschnitten, die zerteilte Landmassensein könnten. Oder bildet man sich das alles nur ein?Weitere Zeichnungen sind nur noch ein Hagel von Gestrichel. Die Landschaft oder die Figur, zu der sie sich ordnen mögen,befinden sich wie bei einem Rorschachtest nur im Auge des Be trachters.Eine Antwort, die außerhalb seiner eigenen Ahnungläge, bekommt er nicht. So gehen Renata Jaworskas Zeichnungenin die Zone des Resonanzlosen. Eine Zone, die dem Statement,als das man ihre Wandschrift leicht fehlinterpretierenkönnte, entgegengesetzt ist….“ (Die kleine See Post. Nr 46, 12. November 2015)

Renata Jaworska aus Salem

Renata Jaworska, Wandzeichnung

 

Ausstellung:
23. Oktober bis 22. November 2015
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 15:00 –  17:00Uhr
Führungen:
Sonntag, 8. und Sonntag, 22. November 2015
jewels um 16Uhr
Galerie in der Lände
Seestrasse 24
D-88079 Kressbronn

Renata Jaworska, educated at the Art Academy of Düsseldorf, has exhibited extensively throughout Poland, Germany and London since 2004 and focuses on collaborative performance and painting. Most recently she has collaborated with twenty American and fourteen German artists in Lake Constance, Germany for the project Salem2Salem, a pilot scheme of Bodensee Kulturraum that encourages interdisciplinary art production and takes its inspiration from the Bauhaus movement. Her "119-minute circle" project also called "a dancing congress" was held on 14th of march 2010 at Whitechapel Gallery in London. She invited representatives of sixteen different nations who gathered at the "The Nature of the Beast" – international, round table to form a live human exhibition. The piece was instigated in front of an installation by Goshka Macuga that explored Pablo Picasso’s Guernica exhibition at the Whitechapel Gallery in 1939, thus framing it with a reader-centric production of material exploring connections between art, propaganda and war. Each participant recited their national anthem individually followed by all reciting them again simultaneously creating a cacophony of dissonance, miscommunication and aural power struggles. The conference aimed to emphasize the rules of cultural identity whilst highlighting the sense of duty, individualism, thought process and behavior of each individual. Through this project Renata commented contemporary times, particularly the lack of communication among people and the feeling of loss experienced by many. Recording of the “119-minute circle” project as well as a documentation and research material would be a part of an exhibition Young Polish Art_ Metal at Metal Chalkwell Hall in Southend on Sea between 8th-12th of September. Born 1979, Poland. Lives in Germany and Poland

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